Gemeinsam mit dem französischen Botschafter François Delattre hat Kulturstaatsministerin Claudia Roth den Franz-Hessel-Preis für zeitgenössische Literatur verliehen. Erstmals fand die Preisverleihung im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt. Ausgezeichnet wurden die Autorinnen Zora del Buono und Beata Umubyeyi Mairesse.
Mit dem Franz-Hessel-Preis wird der deutsch-französische Literaturaustausch gefördert.
„Die Anerkennung des anderen als Anderer – für den Grenzgänger Franz Hessel war das selbstverständlich“, so Kulturstaatsministerin Roth in ihrem Grußwort. Der Preis stehe in der großen Tradition von Franz Hessel, der vor dem nationalsozialistischen Deutschland nach Frankreich flüchtete und trotz dessen mit seinem Leben und Werk ein Mittler zwischen beiden Ländern und Kulturen war.
Ganz im Zeichen des jüdischen Schriftstellers ist das Ziel der jährlichen Auszeichnung die Stärkung des literarischen Dialogs zwischen Deutschland und Frankreich. Mit dem Preis werden deutsch- und französischsprachige Autorinnen und Autoren ausgezeichnet, die im Nachbarland noch wenig bekannt sind.
Insbesondere soll er dazu beitragen, dass die ausgezeichneten Werke ins Deutsche beziehungsweise Französische übersetzt werden. Die auf der Leipziger Buchmesse stattfindende Preisverleihung für das Jahr 2024, die aus Termingründen nachgeholt wurde, setzt dieses Anliegen fort.
Die Preisträgerinnen und Preisträger werden von einer unabhängigen, deutsch-französischen Fachjury ausgewählt – jeweils ein deutschsprachiger sowie ein französischsprachiger Autor beziehungsweise eine Autorin werden prämiert.
Kulturstaatsministerin Roth beglückwünschte die beiden Schriftstellerinnen: „Es ist mir eine große Freude, mit dem Franz-Hessel-Preis dieses Jahr auf der Leipziger Buchmesse die beiden außergewöhnlichen Autorinnen Zora del Buono und Beata Umubyeyi Mairesse auszuzeichnen.“
Zora del Buono erhielt den Franz-Hessel-Preis 2024 für ihr deutschsprachiges Werk „Seinetwegen“, in dem sie sich mit dem Unfalltod ihres Vaters auseinandersetzt. Del Buono habe ein sehr persönliches Buch geschrieben, für das sie eine so kunstvoll-spannende wie eigenwillig-assoziative Form gefunden hat, so die Jurybegründung.
Ebenfalls prämiert wurde Beata Umubyeyi Mairesse für ihr französischsprachiges Werk „Le convoi“. In der Form eines Berichts erzählt die Autorin von ihrer Flucht aus Ruanda. Die Jury zeigt sich begeistert: „Eine Rückkehr ins Herkunftsland, die auch den literarischen Platz einer bedeutenden und einzigartigen Schriftstellerin festigt.“
Der Franz-Hessel-Preis wird seit 2010 von der Stiftung Genshagen und der Villa Gillet vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Er wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gemeinsam mit dem französischen Kulturministerium finanziert. Die Verleihung findet jährlich abwechselnd in Deutschland und Frankreich statt.